Was OpenSearch ist
OpenSearch entstand als Community-Fork von Elasticsearch, nachdem Elastic 2021 die Lizenz von Apache 2.0 auf eigene Lizenzmodelle umgestellt hatte. Das Projekt ist vollständig Apache-2.0-lizenziert; seit September 2024 liegt es bei der OpenSearch Software Foundation, einem Projekt der Linux Foundation. Aktuell ist die Hauptversion 3.x, allgemein verfügbar seit Mai 2025; die neueste Minor-Version 3.9.0 erschien am 29. September 2026. Die Linie 2.x wird mit 2.19 gepflegt, bis OpenSearch 4.0 erscheint, 1.x hat ihr Lebensende erreicht.
Für einen Shop ist OpenSearch ein eigener Dienst neben Datenbank und Cache. Er hält einen Index, also eine durchsuchbare Kopie der Katalogdaten, und beantwortet daraus Suche, Filter, Sortierung und Suchvorschläge. Weil der Index aus den Shopdaten entsteht, lässt er sich jederzeit neu aufbauen — das macht Umstiege und Versionswechsel planbar. Was Mapping, Datenqualität und Gewichtung für die Trefferliste bedeuten, beschreibt unsere Seite zu Elasticsearch; die Grundlagen teilen sich beide Systeme.
Wie wir mit OpenSearch arbeiten
In Magento Open Source und Adobe Commerce ist eine Suchmaschine Installationsvoraussetzung, und ab Version 2.4.9 kommt dafür nur noch OpenSearch 3 infrage. In Shopware 6 übernimmt OpenSearch die dafür markierten Suchen — standardmäßig Produktsuche, Produktlisting und Suchvorschläge —, angebunden über Umgebungsvariablen und indexiert über die Message Queue; ohne Suchdienst sucht Shopware sonst über die Datenbank. Bestehende Shops stellen wir von Elasticsearch um, immer zuerst auf einem Staging-System mit einer Kopie der Live-Daten, und stimmen Synonyme, Gewichtung und Filter an echten Suchanfragen ab.
Betrieben wird OpenSearch auf unseren eigenen Servern, Proxmox-PVE-Clustern im Hetzner-Rechenzentrum Falkenstein, in der Umgebung des jeweiligen Shops. Dazu gehören Snapshots der Indizes, Monitoring auf Zustand, Speicher, Antwortzeiten und Indexierung sowie Updates in den vereinbarten Wartungsfenstern; Major-Upgrades wie von OpenSearch 2 auf 3 planen wir als eigenes Vorhaben. Die Wartung läuft mit Service-Level-Vereinbarung — 24, 8 oder 4 Stunden Reaktionszeit, für ein Jahr gebucht. Konfiguration und eigener Code liegen in Ihrem Repository.
Grenzen: wann OpenSearch nicht nötig ist
Bei einem kleinen Katalog genügt in Shopware die Datenbanksuche. Ein eigener Suchdienst kostet Arbeitsspeicher, Betrieb und Aufmerksamkeit, dauerhaft und nicht nur bei der Einrichtung. Dann sagen wir das und setzen den Shop so um — mit gepflegten Artikelnamen und klaren Kategorien statt mit einem Dienst, den das Sortiment nicht braucht. Bei Magento stellt sich die Frage nicht: Ohne Suchmaschine lässt sich Magento 2.4 nicht installieren.
Die zweite Grenze betrifft die Erwartung. OpenSearch beantwortet Anfragen schnell, aber nur so gut, wie Daten und Einstellungen es zulassen: Fehlen Synonyme, stehen Merkmale nur im Fließtext oder sind Felder falsch gewichtet, liefert auch der neue Dienst die falschen Treffer. Ein Umstieg von Elasticsearch auf OpenSearch verbessert die Suche deshalb nicht von selbst. Er ist aber ein guter Zeitpunkt dafür, weil der Index ohnehin neu aufgebaut wird.